Eintracht Frankfurt – Quo vadis?

by jens on Mai 9, 2011

Genug wurde geschrieben, passend korrekt und meine emotionale Lage treffend, zu den nahezu einmaligen Ereignissen der letzten Wochen. Ziel 50+ mit höchtem Etat ever = einer der verdientesten Abstiege, die es seit langen gab. Aber das liegt hinter uns, auch wenn es noch ein völlig bedeutungsloses Spiel gibt in Dortmund. Die Frage ist jetzt:

Wie könnte es weitergehen?

Die Ursachenforschung zum rapiden Niedergang wollen wir uns hier sparen. Zu viele Theorien, zu viel Konjunktiv, zu viele Vermutungen und trotzdem nichts Handfestes. Das lässt sich abkürzen. Klar ist, dass sich mit der Eintracht, in ihr und um sie herum etwas ändern muss. Hier mal die verschiedenen Bereiche und das dazugehörige Stammtischgelaber eines Außenstehenden.

Sportliche Leitung

Der Abstieg ist, wie er selbst auch nicht müde ist zu betonen, hauptverantwortlich an dem großen Vorsitzenden Heribert Bruchhagen festzumachen. Der Mann mit der sportlichen Allmacht war und ist für die Auswahl des Trainers sowie die zusammengestellte Mannschaft verantwortlich. Seine Erfolge, die Eintracht auf Dauer nach dem letzten Aufstieg in ruhiges Bundesliga Fahrwasser zu bringen, waren insbesondere wirtschaftlich beachtlich. Sportlich dagegen pulverisiert die vergangene Rückrunde alles Erreichte.

Keine Reibung, keine Kritik

Doch gerade das fehlende Risikomanagement in dieser Situation muss sich Bruchhagen selbst zu schreiben. Seine teilweise stoische Art Situationen auszusitzen, war in dieser Lage frapierend. Mit der Ruhe, die Bruchhagen auch über das sonst so launische Umfeld seit 2005 gelegt hatte, fehlten zunehmend die Reibungspunkte. Kein Manager, kein Aufsichtsrat, der mal mit einer anderen Meinung dazwischenfunkte. Handzahme Trainer überwiegend. Der geschasste Skibbe, der zum Einstieg in sein Trainerzeit bei der Eintracht ordentlich Druck, auch öffentlichen, auf Bruchhagen ausübte, zeigte, dass mit den bisher gänzlich fehlenden Diskussionen auch der sportliche Erfolg gerade nicht litt. Doch auch Skibbe wurde begradigt und verfiel spätestens seit dieser Saison in den Gleichschritt des Vorsitzenden.

Wer kann helfen?

Was nun? Reibungen, Spannungen sind immer unangenehm, aber gleichwohl der größte Quell von Inspiration und Fortschritt. Nicht jeder soll mitreden, mitentscheiden dürfen, aber kontroverse Diskussionen intern oder öffentlich müssen künftig wieder erlaubt, ja erwünscht sein. Insofern muss, falls der Aufsichtsrat mit Bruchhagen auch in der zweiten Liga weitermachen will, muss ein starker zweiter Mann/Frau her, die eine andere Sichtweise, eine weiere Philosophie mit in den Verein bringt.

Wen hätten wir da? Den Markt für Fussball-Manager kenne ich so gar nicht. Ich wünsche mir einen insbesondere im Hinblick auf die Kaderzusammenstellung einen insbesondere fussballerisch kompetenten und gut vernetzten Mann, der den wirtschaftlich getriebenen Bruchhagen und Bender ein wenig Kontra geben kann.

Soweit der erste Teil. Später geht es noch weiter mit Trainer, Mannschaft und Umfeld.

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